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Antonie Pannekoek Archives
 

Der Weg des Dr. Levi ; Der Weg der V.P.K.D.


Der Weg des Dr. Levi ; Der Weg der v.k.p.d. – Berlin : k.a.p.d. Verlag, 1921 – 32 S.

Quelle: Kollektion i.i.s.g. , Amsterdam


Übersicht


Der Weg

Bron: Collectie a.a.a.p.


1. Kapitel.
Offensiv und Defensivtaktik.

Die Vorgeschichte des Zusammenstoßes der Klassen in Deutschland im März 1921 ist noch nicht ganz aufgeklärt. Nach Abschluß des Kampfes brachte die Berliner „Rote Fahne“ eine Reihe von Aufsätzen, die diesen Kampf als Ergebnis der Offensiv-Taktik der v.k.p.d. bezeichnet. Das würde also bedeuten, daß die v.k.p.d. diesen Kampf bewußt und absichtlich zu diesem Zeitpunkt herbeigeführt hätte. Die „Rote Fahne“ hielt diese Taktik für richtig und verteidigte sie. Der „Avanti“ hingegen, das Zentralorgan der sozialistischen Partei Italiens, hat diesen Kampf zwar auch als einen Angriffskampf bezeichnet, aus dem Mißlingen der Aktion aber den Schluß gezogen, dass diese Taktik falsch sei. Beide Zeitungen stimmen also in ihrer Auffassung so weit überein, als sie die Märzaktion als das Ergebnis einer Angriffstaktik der deutschen Sektion der iii. Internationale betrachtet; aber in ihrem Urteil darüber, ob diese Taktik richtig war, stimmen sie nicht überein.

In Wahrheit liegen die Dinge anders. Es ist nicht die Absicht, an dieser Stelle einen Streit über starre Begriffe auszutragen, die der lebendigen Dialektik der Geschichte widersprechen. Aus dem Streit über „Angriffs- oder Verteidigungskrieg“, der aus Anlaß des imperialistischen Weltkrieges ausgefochten wurde, haben wir genugsam gelernt, daß dabei nur ein unterhaltendes, aber zweckloses Spiel herauskommt. Wir wollen uns mit der Bourgeoisie nicht darüber auseinandersetzen, ob sie oder das Proletariat der angreifende oder der angegriffene Teil war, das sind literarische Spitzfindigkeiten, die wir den bürgerlichen Dilettanten der Geschichtsschreibung überlassen. Es handelt sich für uns um die konkrete Aufgabe, festzustellen, ob die direkte Auslösung des Märzkampfes 1921 erfolgt ist durch Handlungen der Bourgeoisie oder durch Handlungen des Proletariats oder seiner Parteien. Sodann haben wir festzustellen, was wir daraus konkret für den proletarischen Klassenkampf über die Frage der Angriffs- oder Verteidigungstaktik zu lernen haben.

Wir wollen die Tatsachen sprechen lassen: Der Kampf ging praktisch aus von dem sogenannten mitteldeutschen Industrierevier : Mansfeld, Hettstedt, Eisleben, Leunawerk. Auf die Arbeiterschaft dieses Gebietes, in dem Erze, Kohle, Kali und Stickstoff erzeugt werden, machte die Regierung einen Angriff. Das Gebiet hatte eine gute revolutionäre Tradition. Es besaß noch Waffen. Es waren dort wie in jedem Bergbaugebiet erhebliche Mengen von Sprengstoff vorhanden; es gab in diesem Gebiet kommunistische Gemeindebehörden; die von der demokratischen Regierung geschaffene Sicherheitspolizei war dort noch so gut wie gar nicht vertreten. Die dortige Arbeiterschaft hatte Angriffe des Unternehmertums auf den Achtstundentag und Versuche zur Einsetzung einer besonderen Werk Polizei erfolgreich im geschlossenen Kampf unter Führung revolutionärer Aktionsausschüsse zurückgeschlagen. Alles in allem also ein Kerngebiet revolutionärer Kraft, wie auch ein Zentrum des deutschen Wirtschaftskörpers, ausschlaggebend für die Produktion grundlegender Roh- und Hilfsstoffe. Es kommt hinzu, daß in der Nahe dieses Gebietes, bei Halle, Leipzig, Magdeburg, Erfurt weitere proletarische Zentren und die Hauptknotenpunkte der wichtigsten deutschen Eisenbahnen liegen.

Dies alles zusammen war für die demokratisch verschleierte konterrevolutionäre Regierung der preußischen Republik Grund genug, Mitteldeutschland im Auge zu behalten und zu gegebener Zeit einen Feldzug gegen die dortige Arbeiterschaft zu unternehmen. Dazu brauchte man einen Vorwand. Man erhob also ein großes Geschrei über Diebstahle in der mitteldeutschen Industrie, über hungernde Arbeiter, die dort, wie anderswo auch, sich von den Feldern Kartoffeln und Rüben holten (im Frühjahr!), ließ durch Spitzel Dynamitattentate inszenieren und in Berlin und anderswo Sprengstoffe auffinden, die aus Mitteldeutschland stammen sollten, brüllte empört über „kommunistische Verbrecher“ und hatte so die Stimmung vorbereitet, um die Schutzpolizei gegen das mitteldeutsche Proletariat marschieren zu lassen.

Wäre nur dieses geschehen, so wäre vollkommen klar, daß der darauffolgende Generalstreikaufruf, den sowohl die v.k.p.d. wie die k.a.p.d. erließen, ausschließlich ein Akt der solidarischen Verteidigung gegen einen konterrevolutionären Angriff war. (Natürlich mit der Absicht, über die bloßen Verteidigungsmaßnahmen hinaus, in dem entstehenden Kampf zum Gegenangriff gegen Bourgeoisie und Regierung überzugehen.) Wären nur diese Dinge geschehen, so hatten also weder die „Rote Fahne“ noch der „Avanti“ einen Anlaß, über eine gelungene oder mißlungene Angriffsaktion zu schreiben. Aber neben diesem Anlaß zur Auslösung der Massenaktion gab es noch einen zweiten. In ihrer Nummer vom 18. März, vor der Ankündigung der sogenannten Polizeiaktion gegen Mitteldeutschland, hatte die „Rote Fahne“ einen Aufruf gebracht, in dem sie erklärte, der bayrische Ministerpräsident von Kahr pfeife auf das Entwaffnungsgesetz, die Arbeiterschaft müsse diesen Pfiff beantworten, jeder Arbeiter müsse sich eine Waffe beschaffen, wo er sie finde. Es folgte die Beschlagnahme der Zeitung, wiederholter Ausdruck des entscheidenden Teils des Aufrufs, nochmals Beschlagnahme und schließlich mündete dieser von der Presse geführte Teil des Kampfes ein in die mitteldeutsche Aktion.

Dieser Bewaffnungsaufruf der „Roten Fahne“ war nun allerdings ein Angriff. Er kam aus doppelten Gründen überraschend: Einmal, weil dieser Aufruf in der „Roten Fahne“ erschien; denn welchen Eindruck muß es machen, wenn eine Zeitung, die Monate um Monate ausschließlich eine parlamentarisch-gewerkschaftliche, sagen wir also eine verfassungsmaßige Politik verfolgt hatte, plötzlich ohne inneren Zusammenhang mit der Gesamtsituation den offenen Angriff auf die Staats Autorität und Gesetzlichkeit proklamiert! Der Kontrast zwischen der Politik des „Offenen Briefes“ und dem Aufruf zum bewaffneten Aufstand mußte etwa dieselbe überraschende Wirkung hervorrufen, wie wenn der „Vorwärts“ mit einem Male ohne jeden sichtbaren Grund das Bekenntnis zur proletarischen Diktatur mit allen seinen Konsequenzen ablegen würde. Überraschend erschien aber auch der Aufruf der „Roten Fahne“ deswegen, weil, wie schon angedeutet, er nicht in innerem Zusammenhang stand mit der politischen und ökonomischen Gesamtsituation. Daß die objektivierte Bedingungen für die proletarische Revolution in Deutschland da sind und sich mit jedem Tag noch verschärfen, ist richtig und bedarf keines besonderen Beweises. Ebenso sicher aber ist, daß große Teile der Arbeitermassen durch das wachsende Elend, die zahlreichen Niederlagen in der Revolution, den Verrat der Partei- und Gewerkschaftsbürokratie politisch und moralisch zermürbt waren und weder auf den unerhörtesten Unternehmerdruck (Lohnreduzierung, Kurzarbeit, Betriebsstillegungen), geschweige denn auf besondere politische Anlässe hin zu reagieren sich entschlossen zeigten.

Wir wollen jedoch nicht die Gründe untersuchen, die den plötzlichen Frontwechsel in den Spalten der „Roten Fahne“ hervorriefen, wir wollen auch nicht darüber sprechen, was die führenden Köpfe der v.k.p.d. zu dem Glauben berechtigen konnte, daß große Arbeitermassen auf einen so unerwarteten Kommandowechsel einschwenken würden, so wie etwa eine Kompagnie der alten Wilhelminischen Armee auf Kommando wie der Blitz Kehrt zu machen verstand.

Fassen wir zusammen: Der Kampf des März 1921 wurde durch 2 Dinge ausgelöst: durch den plötzlichen Übergang der v.k.p.d. von der Parlaments- und Gewerkschafstaktik zum offenen Angriff auf die Staatsautorität und durch den offenen Angriff der Konterrevolution auf das revolutionäre Proletariat Mitteldeutschlands. Man kann nicht mit voller Sicherheit feststellen, ob etwa der Angriff der v.k.p.d. allein zur Entfesselung des offenen Kampfes genügt hatte. Wenn man aber gesehen hat, wie nicht einmal der konterrevolutionäre Angriff der preußischen Regierung genügte, um große Arbeitermassen und sogar die Mitglieder der v.k.p.d. selbst restlos auf die Beine zu bringen, so ist man zu der Vermutung berechtigt, daß die Kampfparole der v.k.p.d. allein erst recht nicht genügt hätte.

In der gesamten Diskussion über die Fragen der Offensiv- oder Defensivtaktik muß auf die Dauer eine heillose Verwirrung einreißen, wenn nicht endlich der klare Unterschied zwischen Partei und Masse gemacht wird. Paul Levi hat auf einer Funktionärkonferenz der Berliner v.k.p.d. die Märzaktion heftig angegriffen, weil sie den alten Grundsatz des Kommunistischen Manifestes beiseitegelassen habe; daß nämlich die Kommunisten keine besonderen, von den Interessen der proletarischen Klasse losgelösten Interessen hätten. In Wahrheit ist dies allerdings während der Märzaktion nicht vergessen worden. Weder von dem aktiv angreifenden Teil der v.k.p.d. noch von der k.a.p.d. Vergessen worden ist hingegen von der gesamten v.k.p.d. mit Paul Levi an der Spitze allzu lange die Tatsache, dass die kommunistische Partei unter Umständen verpflichtet ist, anders zu handeln, als das Gesamtproletariats. Allerdings in Übereinstimmung mit den Interessen des Gesamtproletariats. Es ist leider kaum anzunehmen, daß die proletarische Klasse als Ganzes, so lange sie unterdrückte Klasse ist, durch offenen Angriff einen Kampf zur Auslösung bringen wird. Wenn es die Aufgabe der Kommunisten ist, alle im Proletariat noch lebendigen Illusionen über die Möglichkeit einer Verständigung mit der herrschenden Klasse zu beseitigen, die natürliche Angst vor dem Wagnis eines offenen Kampf es mit dem Klassenfeind zu überwinden, das Proletariat in den offenen Kampf zu führen, der zu seiner Rettung vor vollkommenen Untergang notwendig ist. Kurz: wenn es die Aufgabe der Kommunisten ist, das Proletariat auf den Weg zu bringen, der der einzig mögliche Weg der proletarischen Befreiung ist, so müssen sie dafür sorgen, dass die Proletarier sich als die angegriffene Klasse fühlen und erkennen.

Die Arbeiterklasse entschließt sich nur unter äußerstem Druck, in der äußersten Not zum Kampf. Sie kämpft als Ganzes zuerst immer nur in der Verteidigung und wird immer erst im Laufe des Kampfes allmählich zum Angriff übergehen. Diese Tatsache müssen die Kommunisten im Auge behalten, aber sie dürfen sie nicht, wie Paul Levi und die gesamte pazifistische Richtung der v.k.p.d. es wollen, zum Vorwand nehmen, um für sich selbst eine Politik des Nichtstuns und der parlamentarischen Versumpfung zu rechtfertigen. Wenn sie dabei den Satz von der Identität der Interessen der Kommunisten und des Gesamtproletariats zitieren, so ist das eine ganz gewöhnliche Falschmünzerei. Eine Politik, die nicht bereit ist, dem Proletariat zu zeigen, daß allein die Kommunisten für die wahren Klasseninteressen der Arbeiter kämpfen, eine Politik, die jede wirkliche Aktivität ablehnt, so lange es noch nicht gelungen ist, die großen Massen der Arbeiterschaft rein propagandistisch auf irgendwelche Programme und Lehrsätze zu einigen, ist in Wahrheit weder eine Offensiv- noch eine Defensivpolitik, und hat mit den einfachsten Grundlagen des Marxismus nichts mehr zu tun. Denn sie vergißt die grundsätzliche Feststellung des historischen Materialismus, daß die Menschen nur aus ihrem materiellen Erleben lernen, sie vergisst, dass alle Propaganda nur den Sinn haben kann, die einzelnen Tatsachen des Klassenkampfes vorzubereiten und erklärend auszudeuten, nicht aber sie zu ersetzen. Die revolutionäre Tat durch das revolutionäre Wort ersetzen wollen, heißt letzten Endes sich eines demokratischen Betrugs schuldig machen.


2. Kapitel.
Der Putschismus der V.K.P.D.

Rein äußerlich betrachtet bat es den Anschein, als ob die v.k.p.d. durch die Märzaktion die Linie ihrer bisherigen Politik verlassen hätte. Ihre bisherige Politik hatte, wie bereits mehrfach festgestellt, weder mit Offensiv- noch mit Defensivtaktik etwas zu tun. Man denke an ihre Haltung im Berliner Elektrizitätsarbeiterstreik, man denke an ihre Haltung bei den großen Aussperrungen bei Loewe in Berlin und auf den Zechen von Thyßen, man denke an ihre Haltung während der Eisenbahnerbewegung; es war nichts anderes als reine Passivität, eine Politik des Ausweichens vor jeder klaren Entscheidung, vor jedem revolutionären Kampf. Und nun mit einem Male eine scheinbar vollkommen veränderte Haltung. Die „Rote Fahne“, deren Politik sich bis dahin grundsätzlich von der der „Freiheit“ nur durch einen stärkeren Wortradikalismus unterschieden hatte, ruft die Massen des deutschen Proletariats zum bewaffneten Kampfe auf gegen die bürgerliche Staatsgewalt. Was war geschehen? Hätte die v.k.p.d. mit einem Male und grundsätzlich auf die bisherige Politik des parlamentarisch-gewerkschaftlichen Opportunismus verzichtet? Dachte sie im Ernst daran, eine aktive revolutionäre Politik einzuschlagen? Wenn ja, war sie sich darüber klar, das eine solche Politik zur Voraussetzung hatte den rücksichtslosen Kampf gegen Gewerkschaften und gesetzliche Betriebsräte? War sie sich darüber klar, daß man heute nur dann erfolgreich eine revolutionäre Taktik einzuschlagen in der Lage ist, wenn all Hemmungen der Legalität beseitigt sind? War sie sich darüber klar, daß die Frage für die revolutionären Arbeiter Deutschlands heute nur lauten kann: Parlamentarismus oder Klassenkampf? Man muss all diese Fragen mit Nein beantworten. Und eben deswegen, weil die v.k.p.d. nicht einen Augenblick den Rahmen ihrer bisherigen Politik verließ, bedeutete die Märzaktion für sie nicht den Bruch mit ihrer Vergangenheit, sondern im Gegenteil gerade an der Märzaktion zeigte sich, daß diese, so wie sie von der v.k.p.d. gedacht und eingeleitet war, völlig dem Geiste ihrer bisherigen Politik entsprach. Wenn Levi gegen die Parteizentrale den Vorwurf des Putschismus erhebt, so hat er im gewissen Sinne Recht. Für die v.k.p.d. gibt es heute nur zwei Möglichkeiten von Politik: parlamentarische Politik oder die des Putschismus. Beide Methoden widersprechen sich durchaus nicht, sondern wachsen mit zwingender Notwendigkeit aus dem Boden des Opportunismus heraus. Eine kommunistische Partei, die im Stadium der proletarischen Revolution sich dazu hergibt, parlamentarische Scheingefechte aufzuführen, und mit abhängigen und unabhängigen Sozialdemokraten an der Bildung „sozialistischer“ Regierungen teilzunehmen, muß in jeder revolutionären Situation versagen. Der Putschismus der v.k.p.d. ist die Strafe für ihre Unterlassungssünden, die sie im bisherigen Verlauf der deutschen Revolution begangen hat. Der Parlamentarismus der v.k.p.d. zwingt sie geradezu, in bestimmten Situationen unter dem Druck eines sogenannten „linken Flügels“ und unter dem Druck irgendwelcher autoritärer Einflüsse, aus Verzweiflung über die bisherige Passivität eine, sagen wir mehrmals kampfhafte Aktivität zu entfalten, Aktionen um jeden Preis zu unternehmen, mit einem Wort: sich dem Putschismus in die Arme zu werfen. Der Putschismus wird so zum notwendigen Widerspiel des parlamentarisch-gewerkschaftlichen Opportunismus. Hält die v.k.p.d. auch in Zukunft an ihrer parlamentarisch-gewerkschaftlichen Taktik fest, so werden wir es aller Voraussicht nach erleben, daß sie geradezu die Partei des Putschismus werden wird. Um jedem Mißverständnis vorzubeugen, wollen wir hier ein für alle Mal betonen, daß wir nicht etwa den Aufstand der mitteldeutschen Arbeiter als einen Putsch betrachten, darüber wird noch in einem späteren Kapitel ausführlicher zu sprechen sein. Was wir als Putschismus bezeichnen, ist weiter nichts als die Haltung, die die Zentrale der v.k.p.d. gegenüber dieser Märzaktion einnahm.


3. Kapitel.
Welches sind die Voraussetzungen für eine Eroberung der Staatsgewalt durch das Proletariat?

Und: Wie wird die Staatsgewalt erobert?

Auf diese Fragen gibt Levi Antwort von Seite 18-42. Es sind die Hauptfragen der Revolution, die Hauptsache der Revolution. In ihnen zeigt sich die Dummheit des Verfassers, die Dummheit der v.k.p.d., die Dummheit des Moskauers Exekutivkomitees, die Dummheit der iii. Internationale am deutlichsten. Denn die Dummheit des Levi ist zu gleicher Zeit die Dummheit der v.k.p.d., die Taktik des Levi ist die Taktik von Moskau und seine Sprache die Sprache der iii. Internationale. So scharf und deutlich wie möglich soll dies hier gezeigt werden. Die Broschüre Levis ist nicht nur konterrevolutionär, sie ist auch ganz und gar altmodisch. Er kennt unsere Zeit nicht und ist dadurch ganz und gar unwahr.

Wie wir sehen, will Levi (im 2. Kapitel) die Mittelschichten für den Kommunismus gewinnen. Aber Levi vergißt oder weiß nicht, dass das Bankkapital die Mittelschichten an sich, an das Groß-Kapital gebunden hat, daß das Proletariat in der kommunistischen Revolution allein steht. Erst wenn das Proletariat dem Sieg ganz nahe ist, werden Teile dieser Schichten herüberkommen. Die ganze Revolution bis an das Ende wird das Proletariat allein machen müssen.

Levi führt zwar Marx an, der sagt, daß die Revolution die Sache des ganzen Volkes ist, aber essen darin zeigt er seine Dummheit, seinen altmodischen Geist, seinen Geist, der ganz in der II. Internationale lebt. Denn zu Marx’ Zeit war das so: Da war das Proletariat noch nicht das Volk, da war es Minderheit, oft kleine Minderheit, da gab es noch Demokratie, echte kleinbürgerliche Demokratie. Allein konnte damals das Proletariat die Revolution nicht machen, nur mit Hilfe der Demokratie, der Mittelschichten. Die Revolution war damals Volksrevolution, und das Proletariat hatte als Führer diese Schichten mitzuschleppen.

Aber jetzt ist das Proletariat das Volk, es ist die Mehrheit, die große Mehrheit, in Deutschland ¾ bis 5/7 der Bevölkerung, und das Bankkapital, der Trust, der Imperialismus haben die Mittelschichten mit dem Groß-Kapital vereinigt, haben alle bürgerlichen Schichten vereinigt; und halten sie zusammen und werden sie zusammenhalten bis an das Ende der Revolution.

Dies alles war zu Marx’ Zeiten nicht der Fall. Marx hat die Truste nur wenig, die Allmacht des Bank- und Handelskapitals und den modernen Imperialismus gar nicht gekannt. Wir müssen aber brechen mit dem, was Marx über die Revolution gelehrt hat, mit vielem davon. Wir müssen über ihn hinausgehen. Essen weil wir Marxisten, seine Schüler sind. Und wer in dieser Sache an Marx hangt, wer noch glaubt an die Hilfe der Mittelschichten, der ist altmodisch, der ist dumm, der ist eben kein Marxist. Aber nicht für alle Länder ist dies wahr, es gibt noch Länder, wo Mittelschichten da sind, die mit dem Proletariat gehen können. und noch wirklich demokratische, bürgerlich- oder bäuerlich-demokratische Parteien vorhanden sind. Wo es noch ist wie zu Marx’ Zeit. Das sind eben die Länder, wo das Bankkapital und der Trust noch nicht allmächtig sind, das sind Rußland, die Balkanländer, Ungarn usw. Und für diese Länder gilt also die Taktik, die Marx uns gelehrt hat, da ist die Revolution nicht proletarisch, sondern Volksrevolution. Da muss das Proletariat sich mit den Mittelschichten verbünden, wenn es siegen will. Aber nicht in Westeuropa, nicht in Deutschland, da steht es allein. Hier liegt die Ursache der ganzen Dummheit und Verkehrtheit der v.k.p.d., der iii. Internationale, des e.k. Dieser Glaube an den alten Zustand in Westeuropa, diese Meinung, daß wir hier noch in der alten Zeit der Demokratie, in Marx’ Zeit leben, das ist die Ursache der ganzen verkehrten Taktik für Westeuropa. Das ist die Ursache dafür, dass die iii. Internationale eine ganz verkehrte Taktik für Westeuropa eingeschlagen hat, das ist die Ursache für den Parlamentarismus, die Zellentaktik, den „Offenen Brief“ und auch der Kehrseite von allem diesen, der Putschtaktik. Die armen Tröpfe der iii. Internationale und des e.k. glauben, dass wir in Westeuropa noch in der alten Zeit leben, in der Zeit der ersten und der zweiten Internationale!!! Das ist die erste grundlegende Dummheit des Levi, der damit nur die Dummheit der v.k.p.d. und der iii. Internationale ausspricht.


Das Proletariat steht allein in Deutschland und in Westeuropa. Das ist der erste Grundsatz für die Revolution in Westeuropa, für diesen Teil der Weltrevolution, und der zweite Grundsatz ist: das Bankkapital, der Trust, der Imperialismus sind national, aber auch international, sehr mächtig, auch jetzt noch nach dem Krieg und einigen alle bürgerlichen und bäuerlichen Schichten. Das ist die Lage, das ist die Wahrheit. Das müssen die Grundlagen unserer Taktik sein. Das internationale Proletariat allein gegen eine gewaltige internationale Macht. Die größte gesellschaftliche Macht, die es je gegeben hat. Und das Proletariat ist zum größten Teil nicht bewaffnet. Was müssen wir also tun? Worauf kommt es an erster Stelle für uns an? Auf den Geist, auf das Selbstbewußtsein des internationalen Proletariats.

Und nun sehe man den Levi. Und mit ihm die v.k.p.d., die iii. Internationale, das e.k., alle nationalen Parteien (mit einer Ausnahme), die der iii. Internationale angehören. Für sie ist der Geist, das Selbstbewußtsein nichts. Nichts ist für sie die Qualität. Für sie besteht nur ein Ding: Die Zahl. Man lese Seite 14-18 der Broschüre über die Bedingungen der Machtergreifung. Nur Zahlenrechnung. Nichts, buchstäblich nichts mehr. Man lese Seite 18-20, „Welches sind die Voraussetzungen für die Eroberung der Macht“? Nur Zahlen, kein Wort über Inhalt. Über die Bedingungen für die Eroberung der Macht. Über den Weg dahin, über die Hauptsache also: Nichts als Zahlen. Für Levi ist die Revolution ein Geschäft. Die Massen haben keinen Inhalt, keine Qualität, nur Quantität. Sie sind nur Mittel. Aber der Geist Levis ist bisher auch der Geist der v.k.p.d., der Geist des e.k., der Geist der iii. Internationale. Denn wie handelten sie in Halle, in Tours, in Florenz? Sie sehen nicht auf den Inhalt der Massen, die in die kommunistischen Parteien hineinkamen, nur auf die Zahl. Wenn es nur Massen waren, das genügte.

Und was ist die Gewerkschaftstaktik? Geist von Levis Geist. Man will nicht austreten, nicht zerbrechen, weil man die Massen der Gewerkschaften haben will. Und gleich altmodisch ist die Taktik der v.k.p.d., der iii. Internationale in der Frage des Parlamentarismus. Der alte Staat und also der Parlamentarismus sind bankrott. Aber in ihm wächst ein neuer, der Produktionsstaat der Trusts, der Stinnes usw., der den Kapitalismus zu retten versucht. Der alte Staat und besonders der Parlamentarismus sind nur die Kulisse, das Theater, das den wirklichen neuen verbirgt, und der die Aufmerksamkeit der Arbeiter von dem wirklichen abzulenken versucht.

Derjenige, der den parlamentarischen Kampf jetzt führt, hilft mit an dieser Verblendung, an diesem Betrug. Er ist altmodisch, er, d.h. Levi, die v.k.p.d. und die iii. Internationale sind altmodisch. Ihre Taktik gehört zur II. Internationale.

Und der neue innerhalb des alten wachsende Staat, der Staat von Stinnes und Kons., der vertikal und horizontal wachsende Staat, worin hat er seine Kraft? In den Betrieben und in der Orgesch. Allein man bekämpft die Betriebe nicht mit Gewerkschaften, sondern mit Betriebsorganisationen und Union. Und die Orgesch nicht mit Parlamentarismus, sondern mit der antiparlamentarischen Partei. Derjenige, der wie Levi, die v.k.p.d. und die iii. Internationale diese Gebilde des neuen Staates mit Gewerkschaften und Parlamentarismus bekämpft, ist altmodisch und gehört seinen Gedanken nach mit zur Welt der iii. Internationale.

Und was ist die Taktik des „Offenen Briefes“? Was ist die Taktik der politischen Versprechungen im Offenen Brief, die nie eingelöst werden können? Des Offenen Briefes, von Radek verfaßt, von Lenin unterstützt oder inspiriert? Es sind alles Mittel, um Massen große Zahlen zu sammeln, ohne zu fragen, was ihr Inhalt ist. Es ist alles Massenfang, die Masse ist für die v.k.p.d. und die iii. Internationale Objekt, wie sie es für die II. war. Die Führer, die Parlamentsmitglieder und die neuen kommunistischen Gewerkschaftsführer werden es schon machen!! Das ist alles Geist von Levis Geist. Der Geist, der nicht weiß, daß das Proletariat allein der größten Weltmacht gegenübersteht.


Und nun beklagt Levi sich, dass es im März gegangen ist, wie es ging !! Er klagt (Seite 22-29), daß die Aktion nur ein Putsch war. Daß die Kommunisten den Massen feindlich gegenüberstanden, dass die Aktion gesteigert werden mußste durch Bakunininsche Mittel, durch Reizung der Sipo und der Arbeiterschaft selbst (Seite 30-34), und daß man das Lumpenproletariat zu Hilfe zog (Seite 34-40), und schließlich, daß dies alles von Moskau aus diktiert war (Seite 40-44). Aber wir fragen: Woher dies alles? Wir fragen nicht den Gen. Levi, sondern die v.k.p.d. und die iii. Internationale: Wenn jetzt in Deutschland Putsche notwendig sind, (*) Bakuninsche Mittel, Reizung der Arbeiterschaft, Hilfe des Lumpenproletariats, Befehle von Moskau notwendig sind, woher das alles, ist das nicht eine Folge Eurer Taktik? Und wir antworten: Ja. Ihr selbst hasst die v.k.p.d. gemacht zu dem, was sie ist. Ihr selbst habt Massen, nicht-kommunistische, hineingebracht. Ihr selbst habt dasselbe in Frankreich und Italien getan. Ihr selbst hasst die Taktik so eingerichtet, dass Nicht-Kommunisten sich um die kommunistischen Parteien scharten. Ihr hasst das Parlament gebraucht, das nur eine Kulisse ist für die Banken, die Trusts, die Stinnes und Ludendorff, um nichtkommunistische Massen zu fangen. Ihr habt die Gewerkschaften handeln lassen, die größten Feinde der Arbeiter, um Massen zu fangen. Ihr habt die Massen als Objekt, die Führer in Parlament und Gewerkschaften als Hauptsache, als Hauptkraft betrachtet. Für Euch ist die Masse alles, die Zahl; Ihr wollt nur Zahlen, nicht Qualität. Was Wunder, daß dann so etwas herauskommt? Wenn man nur Zahlen will, wenn die Masse Objekt ist, dann kommt von selbst der Putsch, denn man hat keinen eigentlichen, keinen wirklichen Inhalt. Dann kommen von selbst Dynamit und Lumpenproletariat, denn man hat keine wirkliche Kraft, dann kommt von selbst die Feindschaft und die Reizung der Massen. Ihr selbst, Ihr v.k.p.d. und e.k. und iii. Internationale, seid mit Eurer falschen, dummen, verkehrten, altmodischen Taktik Schuld andern, was Levi, einer von Euch. einer, der mit Euch diese Taktik gemacht hat, Geist von Eurem Geist, Euch vorwirft. Ihr habt Massen ohne Inhalt gewollt, und dies kommt dabei heraus. Wir aber rufen Euch zu: Wie lange soll dies so noch bleiben? Wie lange will man noch mit parlamentarischen Scheinkämpfen, nicht-kommunistischem Massenfang, wie lange will man noch mit Gewerkschaften, gesetzlichen Räten und Zellentaktik, einem Traumbild, der Gewinnung noch nicht klassenbewusster Massen nachjagen? Wie lange will man noch Führer- statt Massenpolitik treiben? Sind Rußland, Bayern, Deutschland, oder auch Rußland allein nicht Beispiel genug, müssen noch immer wieder Proletarier fallen, ohne daß wir aus der Niederlage und den Opfern die notwendige Taktik lernen. Es ist falsch, was Levi sagt (Seite 48), daß das Schicksal der Revolution besiegelt ist, und daß die Tage der siegenden Reaktion gekommen sind, das umgekehrte ist der Fall. Die Weltkrise, durch die Liquidation des Krieges 2 Jahre lang auf gehalten, fängt eben erst an, sie wird schrecklich werden und kann und wird unsern Sieg bringen. Wenn es wahr ist (Seite 20), dass die revolutionären Wellen nicht anwachsen, daß der völlige politische und moralische Bankrott der herrschenden Klassen noch nicht gekommen ist, daß die Unsicherheit aller schwankenden Elemente noch nicht vollkommen ist, dann liegt das eben zu einem großen Teile an der falschen Taktik der iii. Internationale. Wir aber müssen in Rechnung stellen, daß das Proletariat allein und unbewaffnet dem fürchterlichsten Gegner, allen Klassen gegenübersteht, und daß es also durch seine Qualität, durch seinen Geist, sein Selbstbewußtsein, seinen überzeugten Kommunismus allein die Revolution gewinnen muß. Es ist nur die Taktik der k.a.p.d. und der Allgemeinen Arbeiter-Union, die dieses kommunistische Bewußtsein den Massen verschafft, sie dadurch nicht zu Putschen, sondern zu Kämpfen bringt, und so schließlich den Sieg ermöglicht. Wie lange wird man noch mit dem Kampf von Kommunisten im Parlament den Schein eines Kampfes erhalten und den wirklichen Kampf gegen den Staat, gegen Stinnes und Orgesch schwachen?

Wie lange wird man noch den Scheinkampf der Gewerkschaften, dieser Scheingebilde unterstützen und den Kampf der Betriebsorganisation boykottieren?

Wie lange noch wird man die neue marxistische wissenschaftliche Taktik sabotieren? Solange man dies tut, werden Niederlagen und Putsche einander folgen.


4. Kapitel.
Was bedeutet für uns die Märzaktion?

Für Paul Levi und seine Klique war die Märzaktion nichts weiter als der „größte Bakunistenputsch der bisherigen Geschichte“. Dieses Urteil ehrt den Verfasser der Broschüre „Wider den Putschismus“ insofern, als er seinen bisherigen Auffassungen treu geblieben ist. Er ist der konsequente Verteidiger des „Antiputschismus“ geblieben, den er seit dem Tode Liebknechts und Rosa Luxemburgs unermüdlich gepredigt und zum Leitmotiv seiner Politik erhoben hat. Inwieweit Levis Antiputschismus ehrlich gemeint ist, oder ob sich dahinter die Angst vor jedem revolutionären Kampfe verbirgt, darüber mögen sich die literarischen Größen der v.k.p.d. herumstreiten. Für uns genügt die Feststellung, daß Levis Charakterisierung der Märzaktion nicht diese, sondern ihren Urheber diskreditiert. Das Urteil, dass es sich hier um den „größten Bakunistenputsch der bisherigen Geschichte“ gehandelt hatte, besagt weiter nichts, als daß wir es hier mit der größten antiputschistischen Dummheit der bisherigen Geschichte zu tun haben. Hunderttausend Arbeiter standen im Kampf, sie gingen in einen Kampf, der unvermeidlich war. Die revolutionäre Hochburg Mitteldeutschland hatte es verstanden die frechsten Angriffe des Unternehmertums zurückzuschlagen. Und gerade das mitteldeutsche Industriezentrum, das für den deutschen Kapitalismus deswegen von größter Bedeutung ist, weil die drohende Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen und die voraussichtliche Abtrennung Oberschlesiens vom deutschen Wirtschaftskörper das deutsche Kapital in eine äußerst gefurchte Situation zu bringen droht, mußte zu einer Quelle erhöhter Ausbeutung gemacht werden. Der deutschen Unternehmerklasse blieb nichts anderes übrig, als hier mit rücksichtsloser Gewalt die mitteldeutschen Arbeiter unter ihr Joch zu zwingen. Diese Situation hatten die mitteldeutschen Arbeiter besser begriffen als Paul Levi und sein Anhang. ihr Angriff auf Grüne Polizei und das Gesindel von der Reichswehr war die Verteidigung ihrer elementarsten Lebensbedingungen. Aber dieser Kampf der mitteldeutschen Arbeiter war mehr als eine Verteidigung um Lohn und Arbeitsbedingungen, er war die erste bewußte Angriffsaktion der revolutionären Proletarier Deutschlands gegen die bürgerliche Staatsgewalt. Die mitteldeutschen Arbeiter, die so heldenmütig vom ersten Tage an den Kampf aufnahmen, haben das historische Verdienst, daß sie ihren Klassengenossen den Weg gezeigt haben, der allein aus dem kapitalistischen Chaos herausführt. Daß dem diesem Kampfe durch den offenen Verrat der Sozialverräter beider Richtungen und der Gewerkschaften sowie durch die mehr oder weniger offene Sabotage großer Teile der v.k.p.d. unterliegen mußten, beweist nichts gegen die Richtigkeit und Notwendigkeit dieser Aktion. Gerade die Tatsache dieser Niederlage ist ein Beweis für die Notwendigkeit der Märzkampfe. Gerade weil noch Millionen von deutschen Proletariern den verräterischen Parolen der sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaften erliegen ist ein solcher zielklarer Offensivkampf der proletarischen Vorhut eine doppelte Notwendigkeit.

Die große Bedeutung der Märzkampfe liegt vor allem darin, dass für die deutsche Arbeiterschaft endlich der Bann der Passivität gebrochen ist, der solange wie ein Verhängnis über der deutschen Revolution gelagert hat. Die mangelnde Aktivität der deutschen Arbeiter war bisher der größte Hemmschuh für die Fortentwicklung der proletarischen Revolution in Deutschland. Die ängstliche Scheu, jedem Entscheidungskampfe auszuweichen, ist endlich überwunden worden. Die Märzaktion der mitteldeutschen Arbeiter hat auch die Bedeutung eines Menetekels für die übrigen Klassengenossen; daß sie rettungslos dem Untergang verfallen sind, wenn sie sich nicht wie ihre heldenmütigen Brüder in Mitteldeutschland entschließen können, den offenen Kampf mit der bürgerlichen Staatsgewalt aufzunehmen.

Die deutschen Proletarier werden aus dieser scheinbaren Niederlage die Lehre ziehen müssen, dass es für sie in Zukunft doch kein Ausweichen vor dem Kampfe gibt. Die Illusion. daß das Proletariat auch unter der Diktatur des Kapitalismus ein leidlich sorgenfreies Leben führen kann, wird ihm durch die weitere Zersetzung des deutschen Kapitalismus sehr bald ausgetrieben werden. Je näher die Todesstunde für den deutschen Kapitalismus heranrückt, umso verzweifelter, raffinierter und gewalttätiger sind die Methoden, die er gegenüber der ausgebeuteten Klasse zur Anwendung bringt. Die deutschen Proletarier werden bald vor die Notwendigkeit gestellt werden, um ihre bescheidensten Lebensansprüche den direkten Kampf gegen das Kapital aufzunehmen. Und dieser unvermeidliche Kampf wird auch wieder nur mit denselben Methoden in ungleich verschärfter Form geführt werden müssen, als ihn die mitteldeutschen Arbeiter eingeleitet hatten.

Darum hat die Niederlage der mitteldeutschen Arbeiter für uns die Bedeutung jener Niederlagen, die notwendig sind im Prozess der Revolution, aus denen allein das kämpfende Proletariat seine Lehren zieht und die in ihrem Endergebnis doch den Sieg der Arbeiterklasse heraufbeschwören. Es wird nicht die letzte Niederlage sein, aber wir sind uns darüber klar daß solche Niederlagen wie die eben erlittene als die größten Siege für die revolutionären Proletarier zu betrachten sind. Wer das nicht begreift, hat von den Gesetzen der geschichtlichen Dialektik ebenso viel begriffen wie Paul Levi von den „größten Bakunistenputsch der bisherigen Geschichte“.


5. Kapitel.
Die Lehren des Kampfes.

Gemessen an dem Umfang der Märzkampfe 1920, an denen die gesamte deutsche Arbeiterklasse beteiligt war, erscheint der Aufstand der mitteldeutschen Arbeiter als ein Unternehmen von weit geringerer Bedeutung. Aber eine Parallele zu ziehen zu dem Abwehrkampf der deutschen Arbeiter in den Kapp-Lüttwitztagen mit dem Aufstand in Mitteldeutschland erscheint uns von Anbeginn an verfehlt. Mögen damals die Kampfe im Ruhrgebiet größere Ausdehnung gehabt haben als die in Mitteldeutschland, mögen sie planmässiger geführt worden sein, und mögen sie selbst als unmittelbares Ziel die Errichtung der proletarischen Diktatur verfolgt haben, so bleibt doch die Tatsache bestehen daß jene Kampfe sich erst entwickelten aus der Defensive heraus, und daß gleichzeitig der Generalstreik im ganzen Lande restlos durchgeführt worden war, ja daß gleichzeitig in übrigen Teilen des Reiches bewaffnete Kampfe stattfanden, mit einem Wort, dass die Kämpfe im Ruhrgebiet getragen wurden von dem Willen der gesamten deutschen Arbeiterklasse.

Der Kampf in Mitteldeutschland war der Kampf der revolutionären Vorhut der deutschen Arbeiter in einem einzelnen Industriezentrum. Diese revolutionäre Vorhut stand allein. Nicht nur daß die Arbeiter in den übrigen Teilen des Reiches sich mehr oder weniger passiv verhielten, auch die großen Massen in Mitteldeutschland selbst stellten sich neutral, wenn nicht gar feindlich gegenüber der kämpfenden Vorhut. Der Einfluss der sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaften erwies sich auch hier starker als der Appell an die proletarische Solidarität. Daraus ergibt sich für uns einmal, dass der Kampf gegenüber diesen im Dienste des bürgerlichen Staates stehenden Organisationen in ungleich stärkerem Masse und mit ungleich stärkeren Mitteln geführt werden muß als bisher. Dieser konterrevolutionäre Block von sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaften kann nicht dadurch aus dem Wege geräumt werden, daß man den Kampf von dem gleichen Boden aus führt d.h. daß man auf dem Boden von Parlament und Gewerkschaften Scheingefechte mit den Führern inszeniert, sondern nur dadurch, daß man das Übel an der Wurzel zu packen sucht, indem man die Existenzgrundlage jener konterrevolutionären Gebilde angreift, d.h.: der Kampf muß in den Betrieben vor allem gegen die gesetzlichen Betriebsräte planmaßig und rücksichtslos durchgeführt werden.

Eine weitere Lehre aus den Märzkämpfen ist die, daß bei aller Notwendigkeit der Propaganda die Illusionen der deutschen Proletarier über Demokratie und ähnliche Dinge nur im revolutionären Kampfe selbst am wirksamsten beseitigt werden. Nur die direkte Auseinandersetzung zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten bringt diesen klar zum Bewußtsein daß eine Harmonie der Interessen zwischen beiden Klassen nie und nimmer möglich ist. Der offene Kampf mit dem bürgerlich-kapitalistischen Staat enthüllt vor allen Augen das wahre Gesicht der Demokratie. Die Rachejustiz des bürgerlichen Staates, die Henkersarbeit der Ausnahmegerichte offenbart auch dem letzten Proletarier das Wesen der Demokratie als die Schreckensherrschaft der Kapitalistenklasse.

Und eine weitere Illusion ist zerstört worden. Das ist die Illusion über das Vorhandensein einer kommunistischen Massenpartei. Die Märztage haben bewiesen, daß eine solche Massenpartei gar nicht existiert oder richtiger, dass sie als kommunistische Massenpartei nicht existieren kann. Der schwere Fehler der Dritten Internationale bestand darin, daß sie die Massenpartei der Unabhängigen Sozialdemokratie spaltete, ohne daß die inneren Voraussetzungen einer solchen Spaltung gegeben waren. Man nahm die „linken“ Unabhängigen in die Dritte Internationale auf, ohne von ihnen mehr als die theoretische Anerkennung der einundzwanzig Thesen zu verlangen. Durch die einfach mechanische Spaltung unter der Parole: Für oder gegen Moskau erreichte man, daß man große Massen gewann, die aber zum großen Teil noch im Banne der zweiten Internationale standen. Diese im Grunde noch sozialdemokratische Masse bildete das Rückgrat der neuen kommunistischen Massenpartei. Nicht um ein Haar besser ist es um die Führer bestellt, die größtenteils nur widerwillig unter dem Druck der Massen nach links gedrängt wurden. Die Unklarheit gerade der führenden Köpfe der v.k.p.d. in den Fragen der Taktik zeigte sich besonders daran, daß sich ein halbes Dutzend Richtungen untereinander bekämpften, von denen die eine nicht wußte, was sie im Grunde von den andern unterschied. Was Wunder, wenn eine Partei, die vollkommen auf die Methoden des parlamentarisch-gewerkschaftlichen Scheinkampfes eingestellt und die vom legalen Boden der Verfassung aus zu kämpfen gewöhnt war, sich gegenüber den unerhörten Anforderungen einer solchen Situation wie der in Mitteldeutschland nicht gewachsen zeigte. Der Einwand, dass die v.k.p.d. diesmal versagen mußte, weil sie innerlich noch nicht gekräftigt war, ist nicht stichhaltig. Denn sie wird, solange sie Massenpartei ist, niemals innerlich gekräftigt sein. Im Augenblick einer revolutionären Situation wird immer der schroffe Gegensatz zwischen dem aktiv-revolutionären Teil und der großen Masse, die nicht klar ist über die Notwendigkeit des revolutionären Kampfes, akut werden. Mit anderen Worten: eine solche Massenpartei muß bei der Entfesselung offener Kampfe in wenigstens zwei Parteien auseinanderfallen. Das Versagen der v.k.p.d. wird, wenn sie diese letzte Aktion als Partei überstehen sollte, in künftigen Aktionen in noch weit krasserem Masse hervortreten, da der Widerstand der untergehenden Kapitalistenklasse immer heftiger und damit auch die Anforderungen an das revolutionäre Proletariat immer größer werden müssen. Wird dem nicht durch den Bruch mit der bisherigen Parteitradition und Taktik Rechnung getragen, werden nicht neue, der proletarischen Revolution angepaßte Kampfmethoden zur Anwendung gebracht, so muß eine Massenpartei wie die v.k.p.d., deren Kampfmethoden noch dem Zeitalter der Zweiten Internationale angehören, mit historischer Notwendigkeit im weiteren Verlauf der Revolution auseinanderbrechen. Dieser Prozess muß von uns beschleunigt werden. Je rascher diese Partei der Verschleierung aller wirklichen Gegensatze, diese Partei des Kompromisses zwischen Zweiter und Dritter Internationale beseitigt ist, umso besser für den Fortgang der Revolution. Der Prozeß der proletarischen Revolution verlangt die Aufrollung einer klaren und einheitlichen Klassenkampffront, Parlamentarisch-gewerkschaftlich-legale Politik oder proletarisch-revolutionäre Klassenkampfpolitik: so steht heute die Frage. Die k.a.p.d. und ihre Anhänger werden von der gesamten bürgerlichen Presse mit Einschluß von „Vorwärts“ und „Freiheit“ als Verbrecher gebrandmarkt. Wohlan! Unsere Genossen wollen Verbrecher sein, Verbrecher an der bürgerlichen Ordnung. Darum kann es für uns im Interesse der proletarischen Revolution keine politische Gemeinschaft geben mit Parteien, die sich vom Banne der Legalität nicht befreien wollen und können.

Die Kritik an dem Wesen der kommunistischen Massenpartei darf uns aber nicht zu dem Fehler verleiten, daß wir in das entgegengesetzte Extrem verfallen und etwa das Prinzip aufstellen wollten, daß eine revolutionäre Partei so klein wie möglich sein müßte. Es gilt, den richtigen Ausweg zu finden zwischen der doppelten Gefahr von Sekte und Massenpartei. Wenn wir auch weiterhin den Hauptwerk auf die Qualität der Mitglieder zu legen haben, so muß doch auch die zahlenmaßige Stärke so groß bleiben, daß wir jederzeit das Ohr der Massen erreichen können. Die revolutionären Arbeiter der V.K.P.D, die im Ernst gewillt sind, mit uns für den Sieg der Revolution zu kämpfen, werden wir nicht zurückstoßen, wenn sie mit uns in einer Organisation zusammenarbeiten wollen. Nur darf der Gewinn solcher Genossen nicht dadurch erreicht werden, daß man der Politik und Taktik der v.k.p.d. irgendwelche Konzessionen macht. Uns kann nur an solchen Klassengenossen gelegen sein, die zu uns stoßen, weil sie sich von der Richtigkeit und Notwendigkeit unserer Grundsätze überzeugt haben. Die Grundsätze der k.a.p.d. so klar und scharf wie möglich zu formulieren, ist jetzt notwendiger als je.

Unsere Prinzipien und Kampfmethoden haben sich gerade bei dieser Aktion glänzend bewahrt. Die k.a.p.d. ist einheitlich und geschlossen aus dem Kampfe hervorgegangen. Sie hat viele Opfer zu beklagen. Ganze Bezirke sind durch das Wüten der weißen Ordnungsbestie auseinandergerissen worden. Aber die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands als Ganzes hat einen großen Sieg errungen.


6. Kapitel.
Nächste Aufgaben.

In einem früheren Kapitel ist gesagt worden:

„Die Arbeiterklasse entschließt sich nur unter äußerstem Druck, in der äußersten Not zum Kampf. Sie kämpft als Ganzes zuerst immer nur in der Verteidigung und wird immer erst im Laufe des Kampfes allmählich zum Angriff übergehen.“

Was ergibt sich daraus für uns als nächste Aufgabe? Heißt das: wir sollen warten, bis es zu diesem äußersten Druck, dieser äußersten Not gekommen ist? Sollen wir warten, bis das Kapital durch einen Generalangriff auf die vitalsten Existenzbedingungen des Proletariats den Gegenangriff der gesamten Arbeiterklasse heraufbeschwürt? Oder sollen wir vielleicht auf das Wunder eines zweiten Kapp-Putsches warten? Ein solches Warten wäre Dummheit und Verrat zugleich. Die Dummheit bestände in der Spekulation auf die Dummheit des Gegners. Und das ist immer die allergrößte Dummheit. Auf einen zweiten Kapp-Putsch brauchen wir nicht zu warten. Er wird nicht kommen. Man kann Herrn Stinnes nicht gut soviel Dummheit zutrauen, dass er an der Einheitsfront der deutschen Arbeiterklasse mitzuarbeiten auch nur das geringste Interesse verspürt. Auch ein Generalangriff des Kapitals auf die Lebensbedingungen des Proletariats – gleichzeitig auf der ganzen Linie durchgeführt – wäre ein zu gewagter Narrenstreich, als daß man mit ihm rechnen könnte. Das Unternehmertum geht eben leider bedeutend klüger und systematischer vor. Kurz und gut: auf derlei Wunder zu warten und zu hoffen, wäre wirklich der Inbegriff der Dummheit.

Andererseits sind natürlich auch die Hilferding und Levi nicht dumm genug, um das nicht selbst zu begreifen. ihre Politik hat – um es noch einmal zu wiederholen – nichts mit Defensivtaktik zu tun. Es ist die Politik der reinen Passivität, eine Politik der Angst vor der proletarischen Revolution. Es ist der bewußte Verrat am revolutionären Proletariat.

Die proletarische Revolution in Deutschland kann und darf aber nicht langer warten. Sie darf nicht warten, bis vielleicht der Kapitalismus in Deutschland – was freilich sehr unwahrscheinlich ist – wieder auf die Beine kommt. Es gibt aber noch die andere Perspektive, der gegenüber man nicht in Passivität verharren darf: daß nämlich die Kapitalistenklasse den Ruin der Wirtschaft soweit fortsetzt, daß die siegreiche proletarische Revolution vor einem Trümmerhaufen steht, der einen Wiederaufbau im kommunistischen Sinne in Frage tellt – wenn nicht ganz unmöglich macht. Hinzu kommt, daß die bevorstehende Auslieferung der rheinischen Industrie an das Ententekapital und die voraussichtliche Abtrennung Oberschlesiens vom deutschen Wirtschaftsgebiet der proletarischen Revolution in Deutschland den Atem benehmen würde. Dieser furchtbaren Gefahr heißt es ins Auge sehen.

Daraus ergibt sich mit Naturnotwendigkeit für uns die Aufgabe, die Linie einer aktiv-revolutionären Politik energisch und mit den wirksamsten Mitteln fortzuführen. Die Märzkampfe sind gescheitert an der Tatsache, daß sie getragen waren allein von der revolutionären Vorhut des Proletariats. Daraus folgt, daß die Angriffsbasis in künftigen Aktionen verbreitert werden muss. Große und immer größere Massen der deutschen Arbeiterschaft werden allmählich für eine Offensivpolitik gewonnen werden können, wenn im Vordergrund der Kämpfe zunächst wirtschaftliche Interessen der gesamten Arbeiterklasse zur Debatte stehen. Kämpfe, die ihren Ausgangspunkt in den Betrieben haben, werden am ehesten dazu geeignet sein, das Proletariat als Klasse an ihnen zu beteiligen.

Hier erwachsen vor allem der Allgemeinen Arbeiter-Union Aufgaben von allergrößter Bedeutung. Sie wird ihre Tätigkeit in den Betrieben in nächster Zeit darauf konzentrieren müssen, die zur Entfesselung solcher Massenkampfe notwendige Atmosphäre zu schaffen und dann in der Hauptsache jeden Schlag des Unternehmertums auf Lohn- und Arbeitsbedingungen sofort zu parieren. Aber damit nicht genug, wird sie darauf hinzuarbeiten haben, daß solche Massenkampfe sich zu Kämpfen um die Betriebe auswachsen. Massenstreiks in Verbindung mit der Besetzung der Betriebe wird in Zukunft als einheitliches Kampfmittel zur Anwendung kommen müßen. Der Kampf um die Betriebe unter der Führung von Aktionsausschüssen steigert am wirksamsten das Klassenbewußtsein des Proletariats und wird allmählich auch wieder das teilweise zerrissene Band zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen herstellen wenn diese – als Betrieb zusammengefaßt – in unmittelbare Kampfgemeinschaft mit den arbeitenden Klassengenossen gebracht werden.

Selbstverständlich mündet der Kampf um die Betriebe unmittelbar im bewaffneten Aufstand. Die Besetzungen der Betriebe sind ja in Wirklichkeit nichts anderes als ein Teil des bewaffneten Aufstandes. Ob der Verlauf der Kämpfe immer dieses Schema einhalten wird, ist fraglich. Sicher aber ist, daß ohne den direkten Kampf um die Betriebe in Deutschland die Revolution nicht siegen kann. Beide Kampfmethoden, Betriebsbesetzung und bewaffneter Aufstand, die man als die italienische und russische Form des Klassenkampfes bezeichnen könnte werden – mit einander verbunden – notwendig sein, um die ungeheuren Schwierigkeiten einer revolutionären Offensive in Deutschland zum glücklichen Ende zu führen. Der Kampf um die Betriebe wird notwendig immer größere Massen des Proletariats mobilisieren, bis in den großen Entscheidungskämpfen um die Eroberung der politischen Macht Klasse gegen Klasse kämpft.

Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß die Interessensolidarität des internationalen Kapitals die Verbreiterung der Klassenkampffront im internationalen Maßstabe notwendig macht. Der Kampf der englischen Bergarbeiter wäre sehr rasch zu ihren Gunsten entschieden worden, wenn ihnen das internationale Proletariat aktive Solidarität bewiesen hätte. Hier muß Versäumtes unverzüglich nachgeholt werden. Wir werden dafür zu sorgen haben, daß auf dem Wege über die Rote Gewerkschaftsinternationale der Klassenkampf nicht an den Grenzen der kapitalistischen Staaten Halt macht. Das bedeutet die Aufnahme des Kampfes gegen die gelbe Amsterdamer Internationale, die Hure des Weltkapitals, in ungleich höherem Grade und mit ganz anderen Methoden als bisher. Kampf gegen Amsterdam heißt nicht nur Kampf gegen die Gewerkschaftsbürokratie, sondern gegen das System der Gewerkschaften selbst. Diesen Gedanken innerhalb der Roten Gewerkschaftsinternationale zum Durchbruch zu bringen, ist die Hauptaufgabe der Allgemeinen Arbeiter-Union. Jeder neue Kampf wird die Rote Gewerkschaftsinternationale von der Richtigkeit unseres Programms überzeugen. Sie wird einsehen müssen, daß der Sieg der proletarischen Revolution in Deutschland nur möglich ist im Zeichen unserer Taktik und unserer Kampf Methoden.

Die iii. Internationale aber wird aus der Niederlage der Märzkampfe, die ihre Niederlage ist, so rasch wie möglich die richtige Lehre ziehen müssen. Revision der 21 Punkte im Hinblick auf den Charakter der Klassenkämpfe ist das dringende Gebot der Stunde. Die k.a.p.d. muß heute notwendiger denn je innerhalb der iii. Internationale arbeiten. Sie hat die Pflicht, die iii. Internationale auf den richtigen Weg zu bringen. Der Versuch muß mit Energie und Zielklarheit fortgesetzt werden. Wir wollen die iii. Internationale zu einer Waffe machen für die proletarische Revolution. Wenn es gelingt, soll uns um den weiteren Verlauf der Weltrevolution nicht bange sein.


Note

*) Unter Putsch verstehen wir nicht den Aufstand der Arbeiter nach der Herausforderung Hörsings, sondern die künstliche Mache der Parteileitung der v.k.p.d. die vor dem unmittelbaren Anlass eine Aktion um jeden Preis zu inszenieren bedachte.


Transkription von Philippe Bourrinet, 26 September 2016


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Compiled by Vico, 26 September 2016